Was uns diese Krankheit lehrt…

…wir haben länger nichts von uns hören lassen. Und genau deshalb möchte ich dem nächsten Beitrag genau dieses Thema widmen:
Was haben wir/ was habe ich in den letzten 3.5 Jahren durch die Krankheit gelernt?

Es klingt absurd von lernen zu sprechen. Ich würde es mir/uns gerne ersparen -> diese Lernerfahrung
Aber wie ist es so schön und auch gut im Leben? man kann es sich nicht aussuchen.

Wir haben das erste Jahr damit verbracht uns mit der Krankheit überhaupt annähernd auseinanderzusetzen. Die ersten 5 Monate ohne Medis und dann doch den Entschluss in die Tierklinik nach Hofheim zu fahren. Die Prognose laut Arzt versprach nichts Gutes, so dass wir uns für die Medis -> Luminal entschieden. Die ersten 4 Wochen waren der Horror. Nichts ging mehr. Kenai lief überall gegen und hat nicht mehr wirklich am Leben teilgenommen. Wir haben die Medis gehasst und haben sie über die Monate tatsächlich wieder Schritt für Schritt abgesetzt. Eine Tierheilpraktikerin half uns während der Zeit. Für mich war klar, dass ich Kenai an meiner Seite haben wollte und nicht irgendeinen Zombie*. Und dann fingen die Serien an und siehe da die Meinung konnte sich doch noch verändern. Ich wollte Kenai nicht leiden lassen oder gar verlieren.
Also fingen wir wieder mit den Medis an.

Bis jetzt haben wir viele ruhige, aber mindestens genauso viele schlimme Momente durchgemacht. Gerade dann, wenn die Pausen der Anfälle etwas größer ausfielen, war der nächste Anfall umso schlimmer.

In dem letzten halben Jahr hat sich vom Gefühl her jedoch etwas für uns verändert. Ich kann gar nicht genau sagen was es ist, aber es fühlt sich ein großes Stück weit mehr nach Vertrauen an.
Vertrauen ins Leben, in das was da kommt, denn eins ist klar wir haben bisher alles Erdenkliche für Kenai getan, um ihn sein Leben lebenswert zu machen.

Dieses Gefühl bekommt seit Wochen/Monaten mehr und mehr Raum ♡ es fühlt sich fantastisch an. Ich merke, dass ich mich gerade wenn es um wichtige Entscheidungen geht mehr auf mein Bauch/ Herzgefühl verlasse.

So haben wir eine klare Entscheidung getroffen und uns auf 4x feste Säulen zum EpilepsieManagment festgelegt.

  1. Arzt/ Neurologe
  2. Ernährungsberaterin
  3. Heilpraktiker
  4. Physiotherapeut 

Jede Säule übernimmt zu 100% ihren Bereich und alles ist miteinander verbunden. Wir sind dankbar nach der langen Zeit unseren Weg gefunden zu haben und was soll ich sagen es hat sich gelohnt, denn Kenai hat seit….

…. Trommelwirbel…..

♡  91 Tage Ruhe ♡

Wir genießen jeden Tag mehr und erfreuen uns an vielen kleinen Dingen, wie ein nasser- riechender- Hund der übers gesamte Gesicht grinst und sich seines Lebens freut. Wackelig, teilweise unkontrolliert Aber glücklich ♡♡♡

Wir danken dieser grauenvollen/ schrecklichen Krankheit, denn sie lehrt uns im Hier und Jetzt zu leben, kleine Dinge zu feiern und zu vertrauen!