Das ständige Wechselspiel zwischen Ohnmacht und Hoffnung…

…wirkt zeitweise wie ein Kampf zwischen zwei völlig konträren Gefühlen!

Hoffnung, durch die immer wiederkehrende Kraft….

  •  es gemeinsam schaffen zu wollen
  • die Krankheit zu *besiegen
  • die Motivation der Pausen
  • diese zu vergrößern
  • durch das Zählen der Tage
  • durch Unterstützung von Außen: Partner, Freunde, Familie, Ärzte, Facebook etc.
  • Plan A, B, C, D, E….
  • verschiedene Medikamente, Heilverfahren, Mittel, Ernährung
  • Äußere Faktoren, die es gilt einzugrenzen..wie Stress, Reize, bestimmtes Futter etc.
  • durch Vergleiche mit anderen Hunden

Schlussendlich den Willen seinen Hund nicht zu verlieren und alles dafür zu tun..

Ohnmacht durch…

  • das plötzliche Aufschrecken, des Hundes
  • der Zeitpunkt, wenn man merkt das der Hund nicht mehr anwesend ist
  • die ständige Angst, dass der Hund nicht mehr *raus kommt
  • unter den Händen weg stirbt
  • wieviel geht diesmal *kaputt
  • hat er sich wieder verändert
  • wie lange braucht er sich zu erholen
  • schafft er noch mehr Medikamente
  • die Fülle an Medis in seine Schnauze zu geben
  • das Gefühl nicht alles zu tun
  • etwas falsch gemacht zu haben
  • wann kommt der Nächste
  • wird es eine Serie
  • wird er sich wieder verletzen
  • bekomme ich es mit
  • kann ich ihn alleine lassen?

Schlussendlich die Angst seinen Hund zu verlieren…


Noch gestern haben wir mit dem Arzt telefoniert. Ganz viel Hoffnung gewonnen. Kraft für die nächste Zeit…ohne zu wissen, dass diese keine 12 Stunden später wieder abgesaugt wird. Die fokalen Anfälle seien ein gutes Zeichen dafür, dass die Medikamentenanpassung wirkt. Spiegel und Leberwerte sind Top. Wir gehen den nächsten Schritt und werden das Levetirazetam alle 4 Wochen um 25% absetzen. Endlich ein Medikament weniger. Wir werden es schaffen 💪

Und dann…eine Nacht später..

Heute Morgen um 5:20uhr war es wieder so weit..keine Woche nach den letzten fokalen Anfällen..knappe 2.5 Wochen nach dem letzten Grand Mal Anfall. Es ging relativ schnell vorbei,  wenn man überhaupt bei so etwas von schnell sprechen kann. Diesmal benötigte er ca.1 Stunde für das Umherwandern. Er kam nur schwer zur Ruhe. Ich versuchte noch etwas zu schlafen. Schaffte es für ca. eine Stunde. Und siehe da mein Körper versuchte direkt das Gesehene in einem Traum zu verarbeiten.

Ich war in unserem Zuhause. Ging die Treppen hoch. Plötzlich merkte ich wie das Haus ganz leicht anfing sich zu bewegen. Ich glaubte es sei Einbildung.  Doch ein Blick an die Decke zeigte mir, dass ich Recht hatte. Das Haus schwankte ganz leicht hin und her, so dass mir schwindelig wurde.  Immer dann, wenn ich die Treppen rauf oder runter ging. Das Haus war instabil. Drohte einzustürzen. Ich holte meine Familie, um Beweise zu haben. Das Miterleben und gleichzeitige Filmen. Als ich alleine nach oben ging und die Anderen unten blieben, stellte ich auf einmal fest, dass Kenai nicht bei mir war. Ich hatte Sorge, dass er wenn das Haus einstürzt alleine ist. Verschüttet wird und stirbt. Ich rief ihn besorgt zu mir hoch und kuschelte mich ganz fest an ihn. Doch er legte sich weg..in die Ecke des Raumes. Und plötzlich merkte ich wie das Haus immer mehr und mehr schwankte und plötzlich der Boden unter meinen Füßen weg fiel…“

und wie so oft klingelt der Wecker oder in diesem Falle das Telefon. Puh..erstmal wach werden und sortieren. Was ist wahr und was nicht.. der Anfall am frühen Morgen war es leider. Und nun ist sie wieder da: die Ohnmacht 😔

Und um annähernd mit diesem Gefühl klar zu kommen, steigt die Wut in mir hoch.. Wut darüber, dass es kein Ende nimmt. Gekoppelt mit der Kraftlosigkeit kommen unschöne Gedanken hoch.. ich mag sie kaum aufschreiben, aber auch Diese gehören dazu:

Kann das nicht alles endlich vorbei sein? Wenn er nicht da wäre, müsste ich mir keine Sorgen mehr machen..

Über diese Gedanken hinweg  steigen direkte Schuldgefühle in mir hoch. So etwas nur denken zu können. Sowas egoistisches.  Tränen schießen mir in die Augen. Traurigkeit steigt auf. Der Blick geht zu Kenai, der gerade versucht eine Pfote vor die Andere zu setzen ohne umzufallen (Medikamente haben ihn *abgeschossen). Ich hasse diesen Anblick. Es macht mich so traurig. Ich lächel ihm zu. Immerhin möchte ich ihm kein schlechtes Gefühl vermitteln. Sage mir aber gleichzeitig, dass es eh keinen Sinn macht ihm was vorzuspielen. Mir laufen die Tränen die Wangen herunter. Ich laufe weiter..einen Schritt vorm Anderen.. mit Jedem wird es besser oder soll ich sagen neutraler. Ich fühle mich wie in einer Art Trance.

Gehe den Weg..der Weg, der da kommt. Die Zeit bringt wieder Hoffnung mit sich…das ist gewiss..von Tag zu Tag werde Ich sie tanken, um beim nächsten Mal wieder Dazusein. Für meinen braunen Bär…für den ich alles tun würde, damit es ihm besser geht.

Leben im Hier und Jetzt.. ich versuche es…für Kenai..für Mich und mein Umfeld ♡


Die Zeilen sind vielleicht nicht ganz einfach zu lesen. Spiegeln jedoch genau dieses Gefühlschaos zwischen Hoffnung und Ohnmacht wieder…

Danke Euch fürs Zuhören*!