Die Balance zwischen Ruhe und Aktivität

Wie finde ich für Kenai die richtige Balance?

Zu Beginn der Krankheit habe ich mir zunächst keine großen Gedanken darüber gemacht. Der Alltag blieb gleich. Ich war damit beschäftigt herauszufinden was Kenai da eigentlich hat.

Doch dann kamen mehr und mehr Anfälle, so dass ich einen größeren Fokus auf die möglichen Auslösefaktoren legte. Was hat er gefressen? Welche Stressfaktoren spielen eine Rolle?  Was hat er vorher gemacht? War etwas anders als sonst…?

Spätestens als ein Anfall einen Tag darauf folgte, als ich mit Kenai ausgiebig spielte, fing ich an zu glauben, dass ich diese Reize abstellen oder stark eingrenzen müsste. Ich begann damit Spiele weg zu räumen und Spaziergänge lediglich zum Lösen zu nutzen. Und eine für mich mit schwierigste  Entscheidung: ich nahm Kenai aus der Arbeit raus*.

Bei einem Aussie keine so gute Idee. Relativ schnell merkte ich, dass Kenai unausgeglichen wurde. Er hatte Langeweile und ich ein schlechtes Gewissen. Ich schnappte mir einen Ball und nahm Kenai mit raus zum Spielen. Er freute sich so sehr, dass er sich fast überschlug. Und dann kamen die Gedanken: Wie viel, wie oft darf ich jetzt nochmal werfen? Wie oft verstecke ich den Ball? Ist das Hecheln ein Zeichen dafür, dass sein Körper nicht mehr kann? Wie wirken sich die Medikamente auf seine körperlichen Kräfte aus?

Wer konnte mir all diese Gedanken beantworten? Wie ich heute weiß: Keiner!

Die für Kenai richtige Balance finden. Und auch diese Tag für Tag anzupassen. Wie ist das Wetter? Wie läuft er heute? Hat er müde/ rote Augen? Wieviele Medikamente nimmt er zurzeit? Um einige Sätze aufzuschreiben, die mich zu dieser Balance führen.

Und v.a.die Gewissheit egal für wieviel Ruhe oder Aktivität ich mich entscheide:

Es ist gut so, wie es ist!

Ich habe aus den mir möglichen Wissen/ meinen Erfahrungen heraus eine Entscheidung getroffen und egal was daraus entsteht: es ist gut so!

Bedenke das bitte auch für Dich! Du handelst aus Deinen Erfahrungen heraus. Keiner kennt deinen Hund so gut wie du! Egal wofür du dich entscheidest: es ist gut so, egal was passiert.

Wenn du das für dich verinnerlicht hast, kannst du mit deinem Hund all die Dinge tun bei denen du ein gutes Bauchgefühl hast. Dein Verstand sagt „ja, das ist gut so!“.

Und genau deswegen waren wir heute am See und haben ein extra Wasserspiel für Kenai eingebaut:

Er hatte so viel Spaß! Und genau das sind die Augenblicke, die wir genießen. Die wir im Hier und Jetzt leben!

Ich wünsche Euch ganz viele solcher wundervollen Momente der Verbundenheit und den gemeinsamen Spaß. Das gibt Kraft für all das, was kommt

2 Antworten auf „Die Balance zwischen Ruhe und Aktivität“

  1. Ganz wichtig ist es eine Balance zu finden, da ein unausgelasteter Hund ja auch Stress hat und das kann wieder rum Anfälle hervor rufen, aber genauso kann ein Hund, der übermäßig im Sport geführt wird, durch den Stress , den der Hund z. B. im Turnier hat, auch wieder Anfälle hervor rufen kann.
    Hab selbst so einen Kandidaten hier, für den ich auf mein geliebtes Agi verzichte, denn Scotty wäre ein Hund, der schreiend durch den Parcour springt und dadurch gleich wahrscheinlich in eine Serie rutscht.
    Sonst kann er alles machen. Wir machen deswegen Rallyobedience. Es ist nicht unser Sport, aber es beschäftigt den Kopf und ist ein relativ ruhiger Sport.
    Sonst darf Scotty alles machen, was die anderen auch machen, wichtig ist nur, dass man die richtige Balance für seinen Hund findet. Die Epileptiker sind eigentlich ganz normale Hunde, die genauso leben wollen, wie andere und das sollten wir ihnen ermöglichen.

  2. Liebe Ute,
    danke für dein Kommentar.
    Und wie wahr: Epileptiker sind eigentlich ganz normale Hunde, die genauso Leben wollen, wie Andere ♡

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