Medikamente & Co

Klassische Medikamente:

Im Humanbereich dauert es in der Regel 2 Jahre, bis der Mensch gut eingestellt ist. Tagebücher und genaue Beobachtungen sind wichtig für den Arzt, um eine  Medikation aufzustellen.

Bei unseren Hunden ist es oftmals ähnlich. Vor allem bei den sogenannten schwierigen* Rassen -> z.B.Hütehunde wie Australian Shepherds, die laut eines Neurologens aus der Hofheimklinik, oftmals nicht einzustellen sind.

Ein toller Start, wenn man am Anfang dieser schrecklichen Krankheit steht. Voller Sorge und Angst um seinen Hund.

Mir schossen die Tränen in die Augen, als ich diesen Satz hörte. Kenai hatte zu dem Zeitpunkt insg.5x gekrampft. Ich musste mich für meinen Hund entscheiden und nahm zunächst den direkten Weg. Kenai bekam Phenobarbital Luminal 2x 50mg verschrieben.

Phenobarbital ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Barbiturate. Es ist eines der ältesten Antiepileptika und wird nach wie vor häufig verschrieben. Phenobarbital wird erst mal als Monotherapie eingesetzt, in einer Dosierung von 2,0 – 2,5 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich (alle 12 Stunden). Der Wirkstoffspiegel im Blut muss regelmäßig gemessen werden.(Quelle: http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19192)

Die ersten zwei Tage waren der Horror. Kenai lief überall gegen und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Beim Treppenlaufen musste ich ihm helfen. Es war unerträglich, so dass ich den Arzt konsultierte. Zum Glück traf er für mich die Entscheidung und forderte mich auf die Dosis zu halbieren. Ich bin im Nachhinein froh, dass wir an diesen Arzt gelangten, denn viele andere Ärzte und auch Hundebesitzer mit Erfahrung  rieten mir durchzuhalten. Diese Nebenwirkungen würden in 2 Wochen abklingen.

Kenai bekam in der ersten Zeit 2x 25mg am Tag. Ein Jahr konnte er mit dieser Dosierung den Umständen entsprechend gut Leben. Maximal 5x Anfälle begleiteten uns. Dann mussten wir allmählich auf 2x 50mg hoch dosieren.

Kenais Titer ist mit 30.2 hoch, so dass wir kein Spielraum mehrbeim Luminal haben.

Anfang des Jahres (nach 1.5 Jahren mit Luminal) mussten wir Levetiracetam als Serienunterbrecher geben.

Levetiracetam:  ist ein antiepileptischer Wirkstoff aus der Gruppe der Racetame. Da Levetiracetam nicht in der Leber metabolisiert wird, kann es in Kombinationstherapie mit Phenobarbital gegeben werden. Auch eine Monotherapie mit Levetiracetam ist möglich und in der Regel gut verträglich. Für die Therapie limitierend kann der hohe Preis des Medikaments sein. Beispielsweise kostet die Behandlung eines 20 kg schweren Hundes mit Levetiracetam je nach Dosierung bis zu 200 Euro pro Monat. Ein Nachteil ist auch, dass Levetiracetam dreimal täglich möglichst immer zur gleichen Zeit gegeben werden muss. (Quelle: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-22-2011/epileptische-anfaelle-bei-hunden)

Im Februar krampfte er 4x innerhalb von 16std. Der absolute Horror. Leve half Kenai aus diesen Serienanfällen raus zu kommen. Nebenwirkungen waren starke Gangunsicherheit und Schwindel. Diesmal konnten wir die NW jedoch den Umständen entsprechend gut verkraften. Alles war besser als diese schrecklichen Grand Mal Anfälle.

Leve sollten wir innerhalb von drei Tagen anfallsfreisein ausschleichen. Leider hielt die Ruhe nicht lange an. Nach zwei Wochen ging es weiter. Dann nach einer Woche..

Die behandelnde Neurologin änderte Kenais Medikation, so dass er nun seit 4 Wochen 2x 50mg Luminal und 3x täglich 500mg Leve bekommt.

Unterstützende Mittel:

Wir hörten von DMSO. Es solle Hunde mit Epilepsie geben, die durch die Gabe weniger und abschwächendere Anfälle haben. Die Internetrecherche bestätigte, so dass wir uns 2x Flaschen bestellten.

DMSO- DiMethylSulfOxid ist ein organisches Lösungsmittel und zählt zur Verbindungsklasse der Sulfoxide.

Eigenschaften:

  • membrandurchdringend
  • schmerzlindernd
  • muskelrelaxierend
  • wundheilungsfördernd
  • zellintegrativ = schützend bei z.B. Durchblutungsstörungen
  • immunomodulierend durch Anregung der Abwehrzellen u.a.

(Quelle: http://kritische-tiermedizin.de/2013/DMSO_in_der_Veterinaermedizin.html)

Unser Fazit:

Kenai hatte im letzten Jahr viele HotSpots. Einer kam im Januar an der Rute wieder. Dank der DMSO Gabe mussten wir tatsächlich nichts machen! Der Spot ging innerhalb von 5 Tagen von alleine weg. Jeder Hundebesitzer weiß, dass ein Hotspot am Schwanz schwer abheilt.

Kenai hatte am Körper mehrere kleine Grießkörnchen unter der Haut. Über die letzten Jahre hinweg wurden es immer mehr. Nach 2 Monaten DMSO sind alle weg.

Zudem soll es Zecken abhalten. Wir werden berichten!

Achtung: die Hunde dünsten stark aus und riechen für manche Menschen unangenehm.

Dosierung: Wir geben 1x täglich 1xEL ins Futter. 50/50 DMSO/ destilliertesWasser

Achtung! DMSO ist Träger*und gibt Stoffen die Möglichkeit Membranen zu durchdringen und mitzunehmen..  Wenn man also dem Hund Industriefutter (als Beispiel) gibt, können die schädlichen Stoffe wie z.B.Konservierungsstoffe in Regionen des Körpers gelangen, wo sie schaden anrichten können..

Bitte selbst nochmal zusätzlich schlau machen… und DMSO nicht mit Plastik in Berührung kommen lassen.

MCT Öl

Wurde uns von einer lieben Bekannten Bozena empfohlen. Wichtig hier: Wir haben in Absprache mit unserer Neurologin die Dosis in Kenais Blut bestimmen lassen.

Hier ein Video von Dr.Dr.Benjamin Berk:

Wir geben zurzeit 2x 4.4.ml ins Futter.

Bitte sprecht die Gabe vorher mit dem behandelnden Arzt ab.

Natron

Natron ist dafür bekannt, dass es entsäuert.  Dank des Facebookaufrufes hat sich Nadine K. gemeldet und mir den Kontakt zu Lin S. vermittelt. Sie hat ebenfalls einen Aussie und dank des Natrons ist ihr Hund seit dem 9.11.17 anfallsfrei. Sie wurde durch Herrn Dr.Schrader darauf aufmerksan:

Wir geben seit nun 2 Wochen 100ml gesättigte* Natronlösung verteilt auf 2xMahlzeiten ins Futter.  Wir sind gespannt und denken, dass es bei Kenai auch schon hilft denn es ist seit 4 Wochen Ruhe ♡

*ca.1xgestrichener TL auf 100ml Wasser

Seit einer Woche geben wir bei den Tagesdosen Leve nur die Hälfte. Ein absoluter Mehrwert, da Kenai bei Leve mit starken Gangunsicherheiten reagiert ♡

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Wir möchten Euch darauf hinweisen, dass die oben genannten Mittel keine ärztliche Betreuung ersetzen!

Der Beitrag wird ggf.erweitert und wir entschuldigen uns vorab für eventuelle Rechtschreibfehler  😉

Kenais Geschichte…

Hallo Welt…

Ich bin Kenai 8.5Jahre und ein Australian Shepherd. Ich komme aus den USA und bin seit meinem 3.Lebensmonat bei meinem Frauchen Susann Leumer. Ich durfte in den vergangenen Jahren einen ganz tollen Job nachgehen und habe damit vielen Menschen ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Ich habe Susann bei der Arbeit begleitet und war ein sogenannter Therapiehund.

Leider bin ich jetzt schon in Rente und darf nur noch selten und bei ausgewählten Klienten dabei sein.

Zu meiner Geschichte:
Im Februar 2016 habe Ich das erste Mal einen epileptischen Anfall bekommen. Susann dachte ich müsse sterben, so schrecklich muss das ausgesehen haben. Mein ganzer Körper hat gezappelt, ich habe nach Luft gejapst, dabei viel Schaum produziert und unter mich gemacht :/
Seither versucht Susann alles mögliche, um der Ursache auf den Grund zu gehen und mir zu helfen. Sie arbeitet mit Tierärzten, einer Neurologin, Physiotherapeutin, Tierkommunikatorin und Tierheilpraktikerin zusammen.
Im ersten Jahr gab es noch Pausen von 3 Monaten zwischen den Anfällen, aber seit 2017 begleiten sie uns regelmäßig.
Die Angst um mich ist dabei allgegenwärtig. Wenn ich mich komisch bewege, plötzlich aufstehe, anders atme o.ä.hat Susann direkt Sorge, dass ein neuer Anfall kommt. Zu Sivester bin ich sogar die Treppe runter gefallen. Aber seitdem ist ein Schutzgitter vor den Treppen. Auch im Auto habe ich die komplette Rücksitzbank für mich verkleidet bekommen, denn auch da hatte ich schon einen Anfall. Die Nächte kann Susann schon lange nicht mehr durchschlafen, weil ich in der Vergangenheit 70% der Anfälle in der Nacht hatte.

Nun wären die Anfälle und die Forschung nach der Ursache bzw.das Versuchen des richtigen Einstellens der Medikamente nicht schlimm/ schwer genug (denn ich kann teilweise kaum gerade stehen. Ich bekomme 4x verschiedene Mittel 5x am Tag), hatte ich in dem letzten halben Jahr keine Glückssträhne.

Im Juni verlor ich plötzlich Urin. Susann dachte an eine Blasenentzündung. Leider war meine Prostata entzündet. Zudem schlugen die Medikmente nicht an. Nach 3x Ultraschall entdeckte die Ärztin im August einem Tumor im Hoden. Am 11.8.wurde ich operiert und Susann hatte ganz schöne Sorgen, ob ich alles gut überstehe. Bin ja wegen der Epilepsie vorbelastet gewesen. Ich bin ein starker Hund 💪 und habe die OP gut verkraftet.

Ende August bekam Isi meine Border Terrier Hündin die Diagnose Mitralklappeninsuffizienz. Susann war ganz schön traurig. Zum Glück merkt man jetzt noch nichts davon. Sie muss nur regelmäßig untersucht werden.

Im Oktober kamen diese blöden Hotspots 3xStück. Der am Schwanz hat sich arg entzündet, so dass ich Antibiotika und Cortison nehmen musste. Zudem tagelang dieser blöde Trichter :/ aber auch das ging wieder weg…

Eine Woche vor Weihnachten 2017 wollte ich plötzlich nicht mehr fressen und übergab mich mehrfach. Beim Notdienst war schnell klar, dass es was Ernstes ist. Dadurch dass es mir schlecht ging musste ich erstmal an den Tropf. Die Ärzte sagten es sei was im Darm und es könnte sein, dass ich nicht wieder aufwache.

Mein Frauchen und Herrchen waren fix und fertig. Stundenlanges Bangen…und wieder war ich stark 💪 genug und überstand die OP.
Zum Glück dauerte es 3 Wochen bis zum nächsten Anfall.

Aber leider ist es seitdem im 2 Wochen Rhythmus und im Februar 2018 hatte ich sogar 4x Anfälle innerhalb von 16std.
Eine Tierärztin in Rheinbach, bei der Susann mit mir eigentlich wegen Goldakkupunktur war, fand heraus dass ich mich in der Vergangenheit mit Toxoplasmose angesteckt habe.

Susann hat seitdem mit vielen Ärzten gesprochen und um ein Zusammenhang der Anfälle und Toxoplasmose zustellen, braucht es eine Gehirnuntersuchung -> MRT und Liquor.

Um diese sehr teure Untersuchung bezahlen zu können schrieb mein Frauchen alle Kosten von 2017+2018 auf. Diese überstiegen das derzeitige Budget, so dass sie meine Geschichte auf Facebook teilte.

Es gab viele Menschen die uns unterstützt haben.
Bei denen möchten wir uns aus tiefsten Herzen bedanken.

Aus diesem Grunde wird dieser Blog ins Leben gerufen.

Wir möchten die lieben Menschen, die uns geholfen haben, auf den Laufenden halten und v.a. die gesammelten Tipps anderen Betroffenen weitergeben ♡

Schön, dass ihr hier seid!